Immobilienbesitz in Deutschland: Statistik und Entwicklungen 2026

Der Immobilienbesitz in Deutschland – also der Anteil der Haushalte, die in einem eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung leben – gehört zu den zentralen Themen der Wohnungsmarktstatistik. Während Wohneigentum in vielen anderen europäischen Ländern weit verbreitet ist, zeigt Deutschland seit Jahren eine vergleichsweise geringe Eigentumsquote. Die Entwicklung bis 2026 lässt erkennen, wie sich Besitzverhältnisse, Nachfrage und Preise in einem angespannten Markt verändern.

Eigentumsquote in Deutschland 2026

Die sogenannte Wohneigentumsquote beschreibt, wie viele Haushalte in selbst genutztem Wohneigentum leben. Deutschland liegt dabei traditionell deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.

  • Im Jahr 2025 lag die Wohneigentumsquote bei etwa 47,4 Prozent, was einen leichten Anstieg gegenüber 47,2 Prozent im Jahr 2024 darstellt. (Trading Economics)
  • Historisch betrachtet lag der EU-Durchschnitt der Wohneigentumsquote in den letzten Jahren bei etwa 68 Prozent, deutlich über dem deutschen Wert. (European Commission)
  • Statistiken zeigen, dass Deutschland einer der europäischen Staaten mit der niedrigsten Eigentumsquote ist, während viele osteuropäische Länder Werte von über 90 Prozent erreichen. (Trading Economics)

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass auch 2026 weniger als die Hälfte der Haushalte in Deutschland im eigenen Wohnraum lebt – viele Menschen leben weiterhin zur Miete.

Warum ist Wohneigentum in Deutschland vergleichsweise gering?

Mehrere strukturelle Faktoren tragen laut Experten dazu bei, dass der Immobilienbesitz in Deutschland niedriger ist als in vielen anderen Ländern:

1. Mieten versus Kaufen
Deutschland ist traditionell ein „Mieterland“: Die Mietquote ist hoch und Mietwohnungsbestand und Mieterschutz stark ausgeprägt, was Eigentum für viele weniger attraktiv macht. (Trading Economics)

2. Hohe Preise und Kaufnebenkosten
Immobilienpreise steigen weiter, und Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten belasten potenzielle Käufer. Dadurch wird der Erwerb schwieriger, insbesondere für jüngere Haushalte ohne Erspartes. (DIE WELT)

3. Niedrige Neubautätigkeit
Die Zahl neu gebauter Wohnungen liegt weiterhin unter dem Bedarf, was die Verfügbarkeit von Eigentum einschränkt und den Wettbewerb um vorhandene Objekte verschärft. (pihub-pi.com)

Anzahl der Wohnungen und Bauaktivität

Die Gesamtzahl der Wohnungen in Deutschland wächst kontinuierlich, aber nicht schnell genug, um die Nachfrage zu befriedigen:

  • Zum Jahresende 2024 gab es in Deutschland rund 43,8 Millionen Wohnungen – etwa 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. (Destatis)
  • Trotz eines leichten Anstiegs bei Bauanträgen im Jahr 2025 wird für 2026 nur mit etwa 205.000 bis 215.000 fertiggestellten Wohnungen gerechnet, weit entfernt von den rund 400.000, die jährlich laut Experten benötigt würden. (pihub-pi.com)

Die relative Unterversorgung am Wohnungsmarkt wirkt sich auch auf die Eigentumsmöglichkeiten aus: Angebotsknappheit und Preisdruck machen den Zugang zu Eigentum schwieriger, besonders in Ballungsräumen.

Preisentwicklung und Erschwinglichkeit

Die Trends bei Preisen und Finanzierung sind ein zweiter Einflussfaktor auf den Immobilienbesitz:

  • Analysten gehen davon aus, dass die Preise für Wohnimmobilien auch 2026 weiter steigen und zum Teil stärker zulegen als die Einkommen, was die Erschwinglichkeit für viele Haushalte reduziert. (Reuters)
  • Kreditzinsen und die Notwendigkeit hoher Eigenkapitalanteile stellen für viele Haushalte weiterhin eine Hürde dar. (The Grounds Real Estate Development AG)

Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass die Zahl der Menschen, die eine Immobilie erwerben können oder wollen, begrenzt bleibt.

Demografische und gesellschaftliche Faktoren

Weitere Bedingungen prägen den Immobilienbesitz in Deutschland:

  • Die durchschnittliche Haushaltsgröße schrumpft, was den Bedarf an Wohnraum erhöht – ganz gleich, ob gemietet oder gekauft wird. (Deutsche Börse Live)
  • Besonders junge Haushalte haben oft Schwierigkeiten, genügend Eigenkapital für den Kauf zu sparen, sodass viele lieber mieten. (DIE WELT)

Fazit: Immobilienbesitz in Deutschland 2026

Die Statistik zum Immobilienbesitz in Deutschland im Jahr 2026 zeigt ein Bild von moderatem Zuwachs, aber weiterhin vergleichsweise niedriger Eigentumsquote. Während knapp unter der Hälfte der Haushalte Wohneigentum besitzt, bleibt der größte Teil der Bevölkerung Mieter. Strukturelle Faktoren wie hohe Preise, Bauverknappung, Finanzierungsanforderungen und eine starke Mietkultur bremsen die Eigentumsbildung. Gegenüber dem EU-Durchschnitt bleibt Deutschland bei der Wohneigentumsquote deutlich zurück.


Quellen