Steuereinnahmen sind zentrale Einnahmequelle des Staates. Sie finanzieren öffentliche Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Sicherheit und soziale Sicherung. Die Entwicklung der Steuereinnahmen in Deutschland zeigt auf, wie sich Staatseinnahmen im Zeitverlauf verändert haben.
Absolute Entwicklung (in Milliarden Euro)
Laut den Daten des Statistischen Bundesamts und des Bundesfinanzministeriums haben sich die steuerlichen Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden über das vergangene Jahrzehnt deutlich erhöht:
| Jahr | Steuereinnahmen (ca.) |
|---|---|
| 2015 | ca. **620 Mrd. €**¹ |
| 2018 | ca. **713 Mrd. €**¹ |
| 2021 | ca. **761 Mrd. €**¹ |
| 2023 | ca. **829–830 Mrd. €**¹ |
| 2024 | 947,7 Mrd. € (Rekordwert) (Statistisches Bundesamt) |
¹ Diese Werte basieren auf der langfristigen Zeitreihe zur Entwicklung im Bundesfinanzministerium und Destatis (z. B. 2015 ca. 620 Mrd. €, 2018 ca. 713,6 Mrd. €, 2021 ca. 760,9 Mrd. € – hier aus der Abbildung „Entwicklung der Steuereinnahmen insgesamt (ohne Gemeindesteuern)“). (Bundesministerium der Finanzen)
Trend: Die Steuereinnahmen sind von Mitte der 2010er Jahre bis 2024 kontinuierlich gestiegen – mit einer deutlichen Erholung nach dem pandemiebedingten Dämpfer 2020.
Konjunkturelle Einflüsse und Ausreißer
- 2020: Durch die COVID-19-Pandemie gingen die Einnahmen zurück, da Wirtschaft und Konsum eingebrochen sind – dies wirkt sich deutlich auf Umsatz- und Einkommensteuern aus. (bpb.de)
- Seit 2021: Erholung setzt ein – die Einnahmen stiegen wieder an, unterstützt durch steigende Löhne, Einkommen und Konsum. (Bundesministerium der Finanzen)
- 2024: Deutschland verzeichnete 947,7 Mrd. € Steuereinnahmen – ein Rekordwert. (Statistisches Bundesamt)
Steueranteil bezogen auf die Wirtschaftsleistung
Eine wichtige Kennzahl zur Einordnung ist die Steuereinnahmen-Quote (Steuern relativ zum Bruttoinlandsprodukt, BIP):
- Laut OECD-Statistik lag die Steuer-zu-BIP-Quote Deutschlands 2024 bei ca. 38 % – deutlich über dem OECD-Durchschnitt. (OECD)
Diese Quote zeigt: Nicht nur steigen die absoluten Einnahmen, sondern auch der Anteil der Steuereinnahmen an der Wirtschaftsleistung ist über die Jahre relativ hoch geblieben, was die Bedeutung der Steuerbasis und der wirtschaftlichen Aktivität unterstreicht.
Wichtige Entwicklungen im Zeitraum
Anstieg über die Jahre
- 2015 bis 2019: Steuereinnahmen stiegen stark, vor allem durch robuste Konjunktur vor der Pandemie. (Bundesministerium der Finanzen)
- 2020: Rückgang durch Pandemie-Effekte. (bpb.de)
- 2021–2023: Erholung und Wachstum der Einnahmen, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. (Bundesministerium der Finanzen)
- 2024: Höchste Einnahmen in der aktuellen Zeitreihe mit knapp 948 Mrd. €. (Statistisches Bundesamt)
Erklärung der Ursachen
Mehrere Faktoren tragen zur Entwicklung bei:
1. Wirtschaftswachstum und Einkommen: Steigende Löhne und Gewinne führen zu höheren Einnahmen aus Lohn- und Einkommensteuern.
2. Konsumverhalten: Mehr Konsum = mehr Umsatzsteuer, die einen großen Anteil der Einnahmen ausmacht.
3. Preis- und Inflationsentwicklung: Höhere Preise können nominal zu höheren Einnahmen führen, auch wenn das reale Wachstum moderat bleibt.
4. Gesetzliche Änderungen: Steueranpassungen und Reformen (z. B. Freibeträge, Steuerprogression) wirken sich über Jahre auf Einnahmen aus.
Fazit der Entwicklung 2015–2024
Deutschland hat in den letzten 10 Jahren eine deutliche Steigerung der Steuereinnahmen verzeichnet, trotz konjunktureller Rückschläge wie 2020 durch die Pandemie. Die Einnahmen stiegen von etwa 620 Mrd. € in der Mitte des Jahrzehnts auf nahezu 948 Mrd. € im Jahr 2024. Gleichzeitig blieb der Anteil der Einnahmen bezogen auf die Wirtschaftsleistung auf hohem Niveau – was die strukturelle Bedeutung von Steuern für die Finanzierung des Staatswesens unterstreicht. (Bundesministerium der Finanzen)
Optional: Was kommt danach?
Prognosen (Steuerschätzungen) gehen für 2025 von einem leichten Rückgang oder moderaten Anstieg aus, je nach Konjunkturverlauf und politischen Entscheidungen – mit erwarteten Einnahmen nahe 980 Mrd. € (laut 168. Steuerschätzung). (Statista)