Wie viel verdient ein Kieferorthopäde?

Der Beruf des Kieferorthopäden zählt zu den gut bezahlten Fachrichtungen im Gesundheitswesen. Doch wie viel ein Kieferorthopäde tatsächlich verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Berufserfahrung, der Art der Tätigkeit (angestellt oder selbstständig), dem Standort und der Größe der Praxis oder Klinik. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Einkommensmöglichkeiten für Kieferorthopäden und die Faktoren, die das Gehalt beeinflussen.

Durchschnittliches Gehalt eines Kieferorthopäden

Das durchschnittliche Gehalt eines Kieferorthopäden in Deutschland variiert je nach Erfahrung und beruflichem Status. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass Kieferorthopäden in der Regel ein sehr gutes Einkommen erzielen. Laut verschiedenen Quellen liegt das Bruttogehalt eines angestellten Kieferorthopäden im ersten Berufsjahr bei etwa 4.000 bis 5.000 Euro monatlich. Mit zunehmender Berufserfahrung kann dieses Gehalt auf 5.500 bis 7.000 Euro monatlich steigen. In größeren Kliniken oder bei sehr gut frequentierten Praxen können auch deutlich höhere Beträge erzielt werden.

Gehalt eines selbstständigen Kieferorthopäden

Selbstständige Kieferorthopäden, die eine eigene Praxis betreiben, haben die Möglichkeit, deutlich mehr zu verdienen. Das Einkommen eines selbstständigen Kieferorthopäden ist jedoch stark von verschiedenen Faktoren abhängig, wie etwa der Praxisgröße, der Zahl der Patienten und den Betriebskosten. In einer gut laufenden Praxis kann das Jahreseinkommen eines selbstständigen Kieferorthopäden durchaus zwischen 100.000 und 200.000 Euro brutto liegen – je nach Region und Praxisstruktur. In großen Städten oder in wohlhabenderen Regionen kann das Einkommen noch höher ausfallen.

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass die Einkünfte eines selbstständigen Kieferorthopäden nicht gleichmäßig monatlich erzielt werden. Zu Beginn eines Quartals oder nach der Behandlung von Privatpatienten kann das Einkommen höher ausfallen, während es in anderen Monaten schwanken kann.

Faktoren, die das Gehalt beeinflussen

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Gehalt eines Kieferorthopäden maßgeblich beeinflussen:

  1. Berufserfahrung
    Wie bei vielen anderen Berufen auch, spielt die Berufserfahrung eine wichtige Rolle. Ein Kieferorthopäde, der frisch nach dem Studium beginnt, verdient weniger als ein erfahrener Kollege, der bereits viele Jahre in der Praxis arbeitet und ein etabliertes Netzwerk von Patienten hat.

  2. Angestellt oder selbstständig
    Kieferorthopäden, die in Kliniken oder Zahnarztpraxen angestellt sind, erhalten ein fixes Monatsgehalt, das sich nach Berufserfahrung und dem Tarifvertrag richten kann. Selbstständige Kieferorthopäden hingegen haben die Möglichkeit, ihre Einnahmen selbst zu bestimmen, was jedoch auch mit einem höheren Risiko und zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden ist.

  3. Standort der Praxis
    Der Standort spielt eine große Rolle bei der Bestimmung des Gehalts. In Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg, wo die Lebenshaltungskosten höher sind, sind auch die Einkünfte eines Kieferorthopäden in der Regel größer. In ländlicheren Gegenden oder kleineren Städten können die Verdienstmöglichkeiten geringer sein, da die Patientenzahl dort oft niedriger ist.

  4. Spezialisierungen und Zusatzqualifikationen
    Kieferorthopäden, die zusätzliche Qualifikationen oder Spezialisierungen haben – etwa in der Kieferchirurgie, der Implantologie oder der Zahnregulierung bei besonderen Patientengruppen (z. B. Kinder, Senioren) – können oft höhere Honorare verlangen und so ihr Einkommen steigern.

  5. Privatpatienten und gesetzliche Krankenkassen
    In Deutschland ist die Bezahlung für Kieferorthopäden bei Privatpatienten wesentlich höher als bei gesetzlich Versicherten. Wenn ein Kieferorthopäde überwiegend Privatpatienten behandelt, kann er in der Regel höhere Honorare erzielen. Bei gesetzlich Versicherten orientiert sich das Honorar an den festen Sätzen der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), was in der Regel weniger lukrativ ist.

Zusätzliche Einkommensmöglichkeiten

Neben der klassischen Tätigkeit als Kieferorthopäde gibt es auch weitere Einkommensquellen, die das Gehalt steigern können:

  • Zusätzliche Dienstleistungen: Einige Kieferorthopäden bieten zusätzliche Dienstleistungen wie ästhetische Behandlungen (z. B. Bleaching) oder moderne Behandlungsmethoden (z. B. Invisalign) an, die besonders für Privatpatienten von Interesse sind.
  • Fort- und Weiterbildungen: Wer sich fort- oder weiterbildet, beispielsweise in der Behandlung von Erwachsenen oder der Anwendung neuer Technologien, kann nicht nur seine Behandlungsmethoden verbessern, sondern auch sein Einkommen steigern.
  • Vorträge und Veröffentlichungen: Manche Kieferorthopäden verdienen zusätzlich durch Vorträge auf Konferenzen oder durch die Veröffentlichung von Fachartikeln.

Fazit

Die Frage, wie viel ein Kieferorthopäde verdient, lässt sich nicht pauschal beantworten, da das Gehalt von verschiedenen Faktoren abhängt. Ein angestellter Kieferorthopäde kann mit einem monatlichen Bruttogehalt von etwa 4.000 bis 7.000 Euro rechnen, während selbstständige Kieferorthopäden deutlich mehr verdienen können, insbesondere wenn ihre Praxis gut läuft. Zusätzlich zu den üblichen Einkommensmöglichkeiten gibt es noch weitere Optionen, wie etwa die Behandlung von Privatpatienten oder spezielle Zusatzqualifikationen, die das Gehalt beeinflussen können.

Es ist jedoch wichtig, auch die Herausforderungen des Berufs zu berücksichtigen: Eine Kieferorthopädie-Praxis zu führen bedeutet nicht nur ein hohes Einkommen, sondern auch viel Verantwortung, administrative Arbeit und die Notwendigkeit, sich ständig fortzubilden. Wer jedoch bereit ist, sich diesen Herausforderungen zu stellen, kann in diesem Beruf ein sehr gutes und stabiles Einkommen erzielen.